Zahnzusatzversicherung: Wann ist sie sinnvoll und wer sollte sie abschließen?

Zahnzusatzversicherung

Jeder wünscht sich ein schönes und weißes Lächeln. Zahnzusatzversicherungen können dazu beitragen, dass eine gute Zahnsubstanz auch finanziell möglich ist. Im Rahmen von zahnärztlichen Behandlungen können hohe Kosten entstehen, welche sich mit einer Zahnzusatzversicherung minimieren lassen.

In diesem Ratgeber werden viele Fragen rund um die Zahnzusatzversicherung beantwortet.

Welche Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung können mit einer Zahnzusatzversicherung geschlossen werden?

Insbesondere bei einem notwendigen Zahnersatz kommen die gesetzlichen Krankenkassen in Bezug auf die Zuzahlung an ihre Grenzen. Im Regelfall erfolgt die Zahlung eines allgemeinen Festzuschusses, welcher sich an Regelversorgung orientiert. Besteht der Wunsch nach einem höherwertigen Zahnersatz, werden maximal 60 Prozent der Kosten übernommen. Dieser Anteil kann mit Abschluss einer Zahnzusatzversicherung deutlich erhöht werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zahnprophylaxe. Von den Krankenkassen werden üblicherweise keine Kosten bei einer professionellen Zahnreinigung übernommen. Mit einer Zusatzversicherung der Zähne wird die Zahnreinigung ganz bzw. teilweise übernommen.

Die Kosten für eine Wurzelbehandlung müssen vom Patienten selbst getragen werden, insofern es sich um einen nicht erhaltungswürdigen Zahn handelt. Sind die Zahnbehandlungen in die Zusatzversicherung inkludiert, werden auch diese Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Welche Sätze werden durch die Krankenkassen bei notwendigem Zahnersatz übernommen?

Im Oktober 2020 erhöhte sich der fixierte Zuschuss der Krankenkassen um zehn Prozent auf 60 Prozent. Damit ist immer noch ein erheblicher Teil durch den Patienten selbst zu entrichten. Mit einem Bonusheft können die Kostenanteile erhöht werden:

  • Erstattung ohne Bonusheft: 60 Prozent der regulären Versorgungskosten
  • Erstattung mit jährlich gefüllten Bonusheft nach fünf Jahren: 70 Prozent
  • Erstattung mit jährlich gefüllten Bonusheft nach zehn Jahren: 75 Prozent

Das Bonusheft dient als Nachweis einer regelmäßigen jährlichen Kontrolle. Durch diese Möglichkeit können die Kosten deutlich reduziert werden.

Welche Kostenpositionen werden durch die Zahnzusatzversicherung übernommen?

Je nach Anbieter werden in der Zahnzusatzversicherung unterschiedliche Kostenfaktoren übernommen. Dabei sollten die Tarife gut miteinander verglichen werden, denn je nach Anbieter werden verschiedene Leistungen in verschiedenen Höhen übernommen.

Folgende Leistungen können gezahlt werden:

  • Zahnersatz (einfacher Zahnersatz, Zahnimplantate, etc.)
  • Zahnbehandlungen (bspw. Wurzelbehandlungen oder Kunststofffüllungen)
  • Zahnprophylaxe in Form von Zahnreinigungen
  • kieferorthopädische Behandlungen
  • individuelle Leistungsbereiche (zum Beispiel: 3D Röntgen, Lasertherapien oder Behandlungen im Ausland).

Was ist bei den verschiedenen Versicherungstarifen zu beachten?

Neben den tatsächlichen Leistungen ist die Höhe der Erstattungen entscheidend für die finanziellen Parameter. In den Policen sollte exakt geprüft werden, ob die Erstattungen der Versicherungsgesellschaft auf die gesamte Kostenhöhe zu betrachten sind oder auf den Eigenanteil.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Bestfall immer die Übernahme auf die Gesamtkosten angerechnet wird. Bei einer Zahnarztrechnung von bspw. 1000 Euro und einem Festzuschuss der Krankenkasse von 120 Euro ist die Höhe der Kosten final 80 Euro.

Werden die Kosten nur auf den Eigenanteil angerechnet, sind es 80 Prozent von 880 Euro, welche die Versicherung übernimmt. Im Resultat muss der Versicherte 1000 Euro – 120 Euro (Festanteil) – 704 Euro (80 Prozent des Eigenanteils) = 176 Euro selbst bezahlen.

An diesem Beispiel zeigt sich gut, wie groß die Differenz sein kann, wenn bei der Zusatzversicherung die Berechnung auf den Eigenanteil erfolgt.

Ergänzend dazu gibt es Zahnzusatzversicherungen, welche eine Höchstgrenze vorsieht. Diese wird in einigen Policen für einen bestimmten Leistungsbereich fixiert, sodass bspw. für die Zahnprophylaxe ein bestimmter Betrag per Anno nicht überschritten werden darf.

Eine höhere Flexibilität ist gewährleistet, wenn es keine Obergrenze in dem Versicherungsvertrag gibt. Weitere Begrenzungen sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Dazu zählt unter anderem die Begrenzung von bestimmten Leistungen.

Welche Vorzüge bietet eine Zahnzusatzversicherung?

  1. bessere und verschiedenartige Versorgung der Zähne kann vollzogen werden
  2. finanzielle Sicherheit und Risikominimierung bei notwendigen Behandlungen
  3. günstige und flexible bzw. bedarfsgerechte Versicherungsoptionen
  4. Wahltarife möglich, welche bspw. auch besondere Behandlungen ermöglichen.

Was sind die Nachteile bei einer Zahnzusatzversicherung?

  1. oftmals bleibt ein gewisser Eigenanteil übrig, sodass keine vollständige Übernahme der Kosten erfolgt
  2. Beitrag steht nicht immer im positiven Verhältnis zu den Einsparungen
  3. mögliche Gesundheitsprüfungen reduzieren Flexibilität.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Wie bei vielen anderen Versicherungsarten auch, stellt sich die Frage nach der finanziellen Sinnhaftigkeit. Gerade bei guten und flexiblen Tarifen, ist die Höhe der Belastung nicht zu vernachlässigen.

Die Zahnzusatzversicherung ist grundsätzlich empfehlenswert, wenn:

  • die Gesundheit der Zähne nicht gut ist
  • gesundheitliche Probleme in Bezug auf die Zähne vorhanden sind wie bspw. Parodontose
  • es bereits mehrfach zu Behandlungen kam
  • familiär häufig Probleme mit den Zähnen vorhanden sind.

Die Zahnzusatzversicherung ist weniger empfehlenswert, wenn:

  1. durch eine bereits angesetzte Behandlung exorbitant hohe Kosten für den Beitrag anfallen
  2. die Gesundheit der Zähne einwandfrei ist
  3. es familiär keine Probleme mit der Zahngesundheit gibt.

In jeglicher Konstellation sollten Pro- und Contra-Faktoren abgeglichen werden, um diese Entscheidung zu treffen.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Auch diese Entscheidung muss gut abgewogen werden. In Bezug auf die Zusatzversicherung der Zähne der Kinder gibt es verschiedene Argumente für eine Versicherung. Statistisch betrachtet tragen mindestens 50 Prozent der Kinder eine Zahnspange. Aufgrund der damit verbundenen Kosten kann sich eine Zahnzusatzversicherung lohnen. Ein weiterer Faktor sind die deutlich geringeren Kosten als im Erwachsenenalter. Durch den frühzeitigen Abschluss einer Zahnzusatzversicherung können die Versicherten ab dem 18. Lebensjahr einen vergünstigten Tarif in Anspruch nehmen.

Welche Kosten entstehen bei einer Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich ist eine Zahnzusatzversicherung nicht teuer. Im Vergleich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Zusatzversicherung für Zähne sogar recht günstig. Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen Parametern ab. Neben dem Leistungsumfang sind die Erstattungssummen, das Alter sowie der optional wählbare Risikozuschlag entscheidend. Grundsätzlich gilt analog zu einer Krankenversicherung, dass die Kosten in jüngeren Jahren günstiger sind.

Die Beiträge variieren entsprechend der oben genannten Aspekte stark. Günstige Tarife sind bereits ab fünf Euro im Monat möglich. Für Tarife mit einem breiten Leistungsspektrum können auch Kosten von 50 Euro oder mehr im Monat notwendig sein.

Aufgrund der großen Abweichungen empfiehlt sich ein umfangreicher Vergleich der Versicherungsgesellschaften.

Welche Besonderheiten sind wichtig zu wissen?

Die Zusatzversicherung für die Zähne kann steuerlich geltend gemacht werden. Somit können für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 1.900 Euro bzw. 2.900 Euro für Selbstständige als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Für Geringverdiener werden bei einem maximalen Bruttoeinkommen von knapp 1.275 Euro im Monat (Stand 2020) 100 Prozent der Kosten für den Zahnersatz übernommen. In dieser Konstellation ist eine Zahnzusatzversicherung ggf. nicht erforderlich.